Branche

Wie Kronzeugen Kartelle aufbrechen

Köln, 28. Oktober 2014

Das Phöbus-Kartell ist legendär: In den 1920er-Jahren vereinbarten führende Hersteller von Glühbirnen aus den USA und Europa in Genf die künstliche Verkürzung der Leuchtdauer, auf dass die Leuchtmittel schneller kaputtgehen und mehr davon verkauft werden können. Das Kartell war äußerst erfolgreich. Im Laufe der Zeit haben Wettbewerbshüter immer wieder mächtige Kartelle aufgebrochen. Das Bundeskartellam profitiert vor allem von einer Kronzeugenregelung. Lesen Sie dazu einen Artikel von mir in der SZ.


Kommentar

Siegel der guten Absicht

Berlin, 16. Oktober 2014

Das Recht jedes Menschen auf gerechte Arbeitsbedingungen, wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte 1948 bestimmt wurde, wird oft in Sonntagsreden bemüht. In der Realität aber gerät es ebenso in Vergessenheit: Hunderte Millionen Frauen, Männer und Kinder arbeiten unter lebensgefährlichen Bedingungen, ob als Quasi-Leibeigene auf Plantagen in Lateinamerika, in von Quecksilber verseuchten Bergwerken in Afrika oder in einsturzgefährdeten Textilfabriken in Asien. Als verantwortungsbewusster Bürger muss man deswegen jedem die Daumen drücken, der an diesen Zuständen etwas ändern will – etwa dem deutschen Entwicklungshilfeminister Gerd Müller. Der CSU-Politiker knöpft sich mit der Textilwirtschaft eine der Problembranchen der weltweiten Arbeitsteilung überhaupt vor. Allein in Asien nähen 15 Millionen Menschen Bekleidung, oft unter unwürdigen und gefährlichen Bedingungen; sie erhalten dafür einen Lohn, der kaum zum Leben für sie und ihre Familien reicht.


Arbeit

Angst im Akkord

Berlin, 15. Oktober 2014

Vor 18 Monaten stürzte in Bangladesch eine Fabrik ein. Seitdem steigt der Druck auf die Kleiderhersteller. Nun wurden die Produktionsstätten kontrolliert - mit erschreckendem Ergebnis: Es gibt mehr als 80.000 Sicherheitsmängel. Lesen Sie mehr in der Süddeutschen Zeitung.


Konsum

Siegel, welches Siegel

Berlin, 10. Oktober 2014

 Am 24. April 2013 starben bei dem Einsturz des Fabrikgebäudes Rana Plaza 1127 Menschen, mehr als 2400 verletzten sich. Die Katastrophe in der bengalischen Stadt Savar katapultierte die Frage nach der Verantwortung für Produktionsbedingungen auf die Tagesordnung, wieder einmal. Ein Jahr nach dem Unglück startete Bundesentwicklungshilfeminister Gerd Müller (CSU) ein ehrgeiziges Vorhaben: Er rief im April einen Rund Tisch von Unternehmen, Verbänden und Nichtregierungsorganisationen (NGOs) ins Leben, um bis zum Jahresende einen neuen Standard für die Textilproduktion auf den Weg zu bringen. Offensiv warb Müller für sein Vorhaben, unter anderem für ein neues Siegel, mit dem die Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards dokumentiert werden sollte. Süddeutsche Zeitung


Interview

Hans-Rudolf Herren

Berlin, 6. Oktober 2014

Hans- Rudolf Herren, Träger des alternativen Nobelpreises, kämpft für eine natürliche Landwirtschaft und ein Recht auf Nahrung. Deutschlandradio


Porträt

Wut im Bauch

Bernkastel Cues, 17. September 2014

Von wegen nur klassische Denke Die Ökonomie bedient sich jetzt auch bei den Philosophen.Die Professorin Silja Graupe kappt die alten Theorien und kämpft für mehr Methodenvielfalt in der Wirtschaftswissenschaft. Darum gründet sie jetzt an der Mosel gemeinsam mit anderen Gleichgesinnten eine neue Hochschule. Süddeutsche Zeitung


Interview

Wirtschaftsbuchpreis

Berlin, 14. September 2014

In der Sendung Forum Buch interviewt mich Wolfram Wessels  zur Shortlist für den Wirtschaftsbuchpreis, der bei der Frankfurter Buchmesse verliehen wird. Wir sprachen über Michael Lewis  (Flash Boys. Revolte an der Wall Street), Marianna Mazzucato (Das Kapital des Staates. Eine andere Geschichte von Innovation und Wachstum) und Philip Roscoe (Rechnet sich das? Wie ökonomisches Denken unsere Gesellschaft ärmer macht).


Buchbesprechung

Keynes, der Klassiker

Köln, 8. September 2014

Kein Student der Volkswirtschaftslehre kommt an seinen Werken vorbei: John Maynard Keynes gehört zu den wichtigsten Ökonomen des 20. Jahrhunderts. In "Die wirtschaftlichen Folgen des Vertrags von Versailles" von 1919 analysiert er, warum Europa auf einen neuen Krieg zusteuert. Nun erscheint der Klassiker in einer neu übersetzten Fassung. Deutschlandfunk


Kommentar

Verkehrte Welt

WDR, 1. September 2014

Zum Glück bekommt Bundeskanzlerin Angela Merkel Gegenwind von ungewohnter Seite für ihr striktes Spardiktat in Europa, nämlich vom Internationalen Währungsfonds und der Europäischen Zentralbank. Beide Institutionen vertreten oft Politikrezepte, die sich in neoliberalen Lehrbüchern finden, ob staatliche Ausgabenkürzungen, Privatisierungen oder die Abschaffung von Regeln für die Wirtschaft.  Lesen Sie den ganzen Kommentar von mir bei WDR-Politikum.


Besprechung

Otto Moralverbraucher

Düsseldorf, 30. August 2014

In der Wirtschaftswoche hat Martin Roos meine Thesen aus dem Otto Moralverbraucher aufgegriffen und eine rege Diskussion ausgelöst. Sie können es nachlesen.