Buchbesprechung

Manipulierte Natur

Köln, 20. Juni 2016

Bakterien, die Inhaltsstoffe für Kleber und Dichtungsmasse produzieren, Gentech-Lachs und selbst düngende Pflanzen: Forscher, Konzerne und Kapitalgeber widmen sich der Nutzbarmachung der Natur durch biologische Verfahren. Autorin Christiane Grefe analysiert in ihrem Buch "Global Gardening. Bioökonomie- Neuer Raubbau oder Wirtschaftsform der Zukunft", was naturwissenschaftlich bereits alles möglich ist. Deutschlandfunk Andruck


Klage

Vier gegen KiK

Karatschi, 18. Juni 2016

In Pakistan brannte eine Textilfabrik, 259 Menschen starben. Nun wollen Überlebende und Angehörige den Auftraggeber KiK zur Verantwortung ziehen - und haben in Dortmund Klage eingereicht. Reportage Süddeutsche Zeitung


Banken

Andersartigkeit, die kostet

Bochum, 17. Juni 2016

Die GLS-Bank beansprucht trotz Niedrigzinsen für sich, sozial, nachhaltig und transparent zu wirtschaften. Damit begründet der Chef nun eine Jahresgebühr für alle Kunden. Süddeutsche Zeitung


Grundeinkommen

Die Schweiz stimmt ab

Zürich, 4. Juni 2016

Am 5. Juni wird in der Schweiz über ein bedingungsloses Grundeinkommen abgestimmt. 2.500 Franken pro Monat würde dann jeder Schweizer Bürger bekommen - jedoch verrechnet mit Lohn oder Sozialhilfe. Auch wenn kaum Aussicht auf Erfolg besteht: Die dazugehörige Volksinitiative hat nicht nur in der Schweiz eine breite Debatte zum Thema angestoßen. DLF-Hintergrund


Ein Konto für jedermann

Alle Banken sind jetzt in der Pflicht

Hamburg, 24. Mai 2016

Jeder in Deutschland lebende Mensch kann künftig bei einer Bank ein Konto eröffnen. Das entsprechende Gesetz tritt im Juni in Kraft. Damit sind nahezu alle Banken in der Pflicht, solche Basiskonten auch für Erwerbs- oder Wohnungslose anzubieten. Und solange das Konto im Plus bleibt, kann der Inhaber frei darüber verfügen. Deutschlandfunk, Hintergrund.


Buchbesprechung

Globale Kämpfe für Menschenrechte

Berlin, 24. Mai 2016

Buchbesprechung Wolfgang Kaleck und Miriam Saage-Maaß: Unternehmen vor Gericht. SWR 2


Misereor Blog

Südafrika in der Hölle

Kapstadt, 23. Mai 2016

Ob beim Kohleabbau in Südafrika oder bei der Produktion von Bekleidung in Bangladesch: Immer wieder verletzen transnational tätige Konzerne Menschenrechte. Jetzt sollen die Firmen mehr Verantwortung für ihre Produktions- und Beschaffungsketten übernehmen, das sehen Leitprinzipien der UNO vor. In Deutschland werden diese gerade konkretisiert: mit einem nationalen Aktionsplan. Beteiligte NGOs plädieren für Verbindlichkeit, dagegen sträuben sich Unternehmensverbände. MisereorBlog


Bewegungstiftung

Die doppelte Wirkung von Geld

Verden, 21. Mai 2016

Matthias Fiedler, Geschäftsführer der niedersächsischen Bewegungsstiftung, berichtet über die Förderung von sinnvollen Projekten und Investments in Niedrigzinszeiten. Süddeutsche Zeitung


Texiltbündnis

Zäher Kampf gegen moderne Sklaverei

Berlin, 13. Mai 2016

Das traurige Schicksal von 86 Mädchen im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu richtet den Blick auf unsägliche Arbeitsbedingungen in dortigen Textilbetrieben. Ihre Leichen seien allesamt in Unterkünften von Spinnereien gefunden worden, sagt Mary Viyakula von der Nichtregierungsorganisation (NGO) Save. Sechs hätten angeblich Selbstmord begangen, nachdem sie vergewaltigt worden seien. Gründe für den Tod der anderen hätten die Behörden nicht genannt. Für die Aktivisten war es schon schwierig genug, überhaupt von diesen Todesfällen zu erfahren und Licht in die Arbeitsbedingungen zu bringen. 14- bis 18-Jährige würden gewöhnlich für drei Jahre angeworben und erhielten einen Lohn weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn für Lehrlinge. Sie schufteten "zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche", sagte am Donnerstag die Wissenschaftlerin Anibel Ferus-Comelo, die gerade eine Studie zu dem Thema verfasst hat. Solche moderne Sklaverei ist in den südindischen Spinnereien weit verbreitet, die in der global vernetzten Textilindustrie eine wichtige Rolle spielen. Süddeutsche Zeitung.


Fairer Handel

Zwölf Euro im Jahr

Berlin, 11. Mai 2016

Wer will es einem Kleinbauern verdenken, wenn er auf den fairen Handel hofft. Die Not ist groß: Rund 1,5 Milliarden Menschen leben laut der Weltbank in kleinbäuerlichen Haushalten, ein Großteil davon leidet Hunger. Bislang kann der faire Handel, der den Bauern beispielsweise einen Mindestpreis garantiert und für Gemeinschaftsprojekte eine Prämie zahlt, jedoch nur einem Bruchteil der Produzenten helfen, "vielleicht etwas mehr als der Tropfen auf den heißen Stein", sagte Heinz Fuchs, Mitarbeiter des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt und Aufsichtsratschef von Transfair Deutschland. Der Verein vergibt ein Siegel, mit dem Industrie und Handel dann ihre Produkte als fair vermarkten können. Süddeutsche Zeitung