Arbeiter in einer Textilfabrik Karatschi

International Labour Organisation Der Dinosaurier

Obwohl sich die Internationale Arbeiter Organisation (ILO)seit 100 Jahren darum kümmert, ist sozial abgesicherte und anständig bezahlte Arbeit für die meisten Menschen in weiter Ferne. Nach wie vor werden Arbeitende oft wie Waren behandelt. Nach dem Ersten Weltkrieg schuf die Staatengemeinschaft die Institution, um weltweit für menschenwürdige Arbeitsbedingungen zu sorgen, weil diese für den Frieden unerlässlich seien: Anfangs hatte sie auch Erfolg, aber nach dem Ende des Ost-West-Konflikts setzten Regierungen wieder auf die Kräfte des freien Markts, statt ihn zu regulieren. Die ILO geriet ins Abseits und wirkt zunehmend wie ein Papiertiger, der vernünftige Regeln vorschlägt, aber ohnmächtig zuschauen muss, wenn sie nicht umgesetzt werden. Ist die ILO noch die geeignete Institution, um die Probleme arbeitender Menschen im 21. Jahrhundert zu lösen? Meine Entdeckungsreise. Feature. SWR 2 Kultur, 9.1.2019

SWR, 17.11.2018

Interview "Pflegekräfte sind das wertvollste Kapital"

»Die Pflegekräfte sind das wertvollste Kapital« von Caspar Dohmen aus: Publik-Forum 20/2018 vom 26.10.2018 Über die hohe Arbeitsbelastung in den Heimen und die fatale Angst der Menschen vor dem Thema Pflege. Ein Gespräch mit der Politikerin und Buchautorin Elisabeth Scharfenberg. Publik Forum

 

Publik Forum, 25.10.2018

Porträt Leuchtende Biofasern

Alex Deitermann will Baumwolle fälschungssicher machen. Seine Firma Tailorlux hat Mittelständler ebenso wie Dax-Konzerne als Kunden. Nun entdeckt er die Kleinbauern. Süddeutsche Zeitung

Süddeutsche Zeitung, 07.10.2018

Hintergrund Reform der Grundsteuer

Modell Bodensteuer: Wundermittel gegen Wohnungsnot?
Mieten und Immobilienpreise in Deutschland steigen rasant. Das liegt zu einem großen Teil am Anstieg der Bodenpreise - was Spekulanten anlockt und es den Kommunen erschwert, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Initiativen fordern daher, die Grundsteuer durch eine Bodensteuer zu ersetzen. Der Zeitpunkt scheint günstig. Deutschlandfunk.

Deutschlandfunk, 15.01.2018

Feature Mythos Verbrauchermacht

Die Macht der Konsumenten wurde im Laufe der Zeit immer wieder gefeiert oder totgesagt - heute überwiegt die Euphorie. Sicher haben Verbraucher theoretisch ungeheuren Einfluss auf das Geschehen, allein in Deutschland kaufen sie jährlich für mehr als 500 Milliarden Euro ein. Sie haben dank des Internets auch unvorstellbar große Vergleichs- und Informationsmöglichkeiten. Aber nutzen Verbraucher diesen Einfluss wirklich, etwa um Unternehmen nach Skandalen abstrafen, weil sie Mensch oder Umwelt ausbeuten? Zudem gibt es auch in der digitalen Ökonomie große und teilweise neue Hürden für die Konsumentenmacht, wie mangelnden Wettbewerb oder undurchsichtige Preisbildung.

Deutschlandfunk Kultur, 12.12.2017

Hintergrund Wirtschaftswissenschaften reagieren träge

Vor zehn Jahren hat die Finanzkrise die reale Wirtschaft erschüttert. Doch welche Spuren hat sie an den Universitäten, in der Wirtschaftswissenschaft hinterlassen? Haben sich die Inhalte für die derzeit rund 24.000 Studierenden der Volkswirtschaftslehre verändert?

Deutschlandfunk, 10.11.2017

Feature Mit Power gegen Trumps Tower

Die Präsidentschaft von Donald Trump politisiert junge Menschen in den USA, die für eine linke Alternative streiten. Da sind die Aktivisten, die sich in der neuen Kampagne von Bernie Sanders "Our Revolution" organisieren, oder die Aktivsten, die sich den amerikanischen Sozialisten angeschlossen und ihr neues Leben eingehaucht haben; deren Mitgliederzahl verzehnfachte sich binnen Jahresfrist auf 20.000. Ich habe Aktivisten von our revolution in Washington und  New York getroffen und auch den Hauptberater von Bernie Sanders interviewt, ich war mit zwei jungen Verantwortlichen der Sozialisten unterwegs, die wegen gewerkschaftlicher Aktivitäten ihren Job verloren haben. Während die Mitglieder von our revolution die Demokratische Partei personnel und inhaltich erneuern wollen, setzen die Nachwuchsozialisten auf eine neue Kraft. In der Reportage schildere ich die Ideen und Perspektiven der jungen linken Kräfte in den USA.

Deutschlandfunk Kultur, 07.08.2017

Hintergrund Was die Hartz-Reformen gebracht haben

Die deutsche Wirtschaft brummt, die Zahl der Erwerbstätigen wächst, die Steuereinnahmen sprudeln. Manch ein Beobachter führt diesen Aufschwung auf die Agenda 2010 der früheren rot-grünen Bundesregierung zurück. Kritiker hingegen sehen in der Reform des Arbeitsmarktes keine Jobmaschine, sondern eine Armutsfall.

Deutschlandfunk, 01.05.2017

Feature Faire Löhne von der Farm bis zur Fabrik

Um ein Oberhemd herzustellen, braucht es etwa 140 Arbeitsschritte. Die Bauern, Färber, Spinner oder Näher arbeiten unter miesesten Bedingungen und werden erbärmlich entlohnt. Das soll sich in Indien bald ändern.

Deutschlandradio Kultur, 05.04.2017

Feature Faire Rosen für Europa

Kenia ist der wichtigste Produzent von Schnittblumen in Afrika. An internationalen Festtagen liefert das Land Blumen in die halbe Welt. Einige Farmen produzieren Blumen für den fairen Handel. Was haben Mensch und Umwelt davon? Weltzeit - Deutschlandfunk Kultur

Deutschlandfunk Kultur, 23.01.2017

Zeitfragen Geforscht, gewarnt und …?

Immer drastischer fallen die Prognosen von Wissenschaftlern zur Zukunft der Menschheit aus. Aber in welchem Maße beeinflussen sie mit ihren Berichten das politische Handeln? 1972 berichteten renommierte Wissenschaftler in einem berühmt gewordenen Dokument dem Club of Rome von den Grenzen des Wachstums. Seitdem gab es mehrere solcher Berichte. Derzeit ist einer in Arbeit, der sich ausdrücklich mit Fragen der Umsetzbarkeit beschäftigt. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Leiter des Projekts, und andere Akteure geben Auskunft.

Deutschlandradio, 15.11.2016

Arbeit Bleibt alles anders

Permanente Veränderung gilt in der Unternehmenswelt fast schon als eine Art Naturgesetz für den geschäftlichen Erfolg im Wettbewerb. 'Stillstand ist Rückschritt', warnen Manager und Unternehmensberater und versetzen mit neuen Ideen und Umstrukturierungen ganze Belegschaften in Unruhe und Selbstbeschäftigung. Bringt permanente Veränderung in Betrieben eigentlich den gewünschten Erfolg? Oder benötigen Menschen häufig statt Druck nicht eher Konstanz bei der Arbeit, um kreativ und gewinnbringend für ein Unternehmen arbeiten zu können? Deutschlandradio

Deutschlandradio, 10.05.2016

Gewerkschaften Im Gegenwind

Gewerkschaften, die historisch eine wichtige Rolle bei der Einführung fundamentaler Sozial- und Arbeitsrechte spielten, sind heute vielerorts schwach. Der Internationale Währungsfonds sieht eine zentrale Ursache der zunehmenden sozialen Ungleichheit in der Schwäche der Gewerkschaften. Was sind die Ursachen des Niedergangs? Auf der Suche nach Antworten hat unser Autor Caspar Dohmen drei überzeugte Gewerkschaftler getroffen: in Pakistan, El Salvador und Deutschland. Ihre Geschichten zeigen, wie und warum der Kampf um Arbeitnehmerrechte weltweit immer schwieriger wird. Wer sich organisiert, verliert mancherorts seinen Job, landet auf schwarzen Listen oder riskiert sogar sein Leben. Selbst in Europa, Vorreiter in Sachen Arbeitnehmerrechte, gibt es Rückschritte. Ohne starke Gewerkschaften bleiben bessere Arbeitsbedingungen in der globalen Arbeitsteilung jedoch eine

Deutschlandfunk, 25.01.2016

Arbeitswelt Ändern Roboter die Spielregeln der Globalisierung?

Fabriken der Zukunft arbeiten digital vernetzt und weitgehend automatisch, da sind sich Wirtschaftsexperten einig. Seit Ende der 60er Jahre hatten arbeitsintensive Branchen ihre Fertigungsanlagen aus Industriestaaten massenhaft in Billiglohnländer verlagert. Dank flexibler, einfach zu programmierender Roboter und einer neuen Generation computergesteuerter Fertigungsmaschinen könnten diese Anlagen wieder in Hochlohnregionen wie Europa oder die USA zurückkehren. Sobald Roboter in der Lage sind, die Handgriffe z.B. chinesischer Fließbandarbeiter zu übernehmen, ändert sich das Spiel der globalen Wirtschaft grundlegend. Im Zeitalter der Fabrik 4.0 dürften gut ausgebildete Leute in den alten Industrieländern hervorragende Chancen haben ein Jobwunder wird es jedoch nicht geben. Wiederholung meines Feature. SWR 2 Wissen.

SWR, 29.12.2015

Finanzkrise Griechenland und Co.Wo stehen wir bei der Euro-Rettung?

Fünf Jahre ist es her, dass Griechenland unter den berühmten Rettungsschirm flüchtete. Seitdem ist viel, wenig, gar nichts geschehen, die Einschätzung der Situation variiert von Land zu Land und ändert sich je nach ökonomischer Denkschule. Deutschlandradio

Deutschlandradio, 29.10.2015

Familienunternehmen Der entzauberte Mythos

Ein feindlicher Übernahmeversuch passt eher zum Image internationaler Finanzinvestoren als zu einem Familienunternehmen aus der deutschen Provinz. Aufhorchen ließ deswegen dieses Jahr der monatelange Kampf von Weidmüller, ein Elektronikspezialist aus Westfalen, beim schwäbischen Unternehmen R. Stahl. Umso mehr, als sich Familienunternehmen gern als tugendhafter Gegenpol zu Konzernen und deren an kurzfristiger Gewinnmaximierung orientierten Managern inszenieren. Ist das Bild der Familienunternehmer zu rosig gezeichnet? Tun Korrekturen not? Was ist wahr am Ruf deutscher Familienunternehmen? Ich habe mich für Zeifragen auf die Suche gemacht.  Am 21.7.2015 gibt es eine Wiederholung des Feature um 19.30 Uhr auf Deutschlandradiokultur.

Deutschlandradio, 21.07.2015

Arbeit Ersetzen uns die Maschinen?

Maschinen werden immer mehr Jobs übernehmen, vom Lagerarbeiter bei Amazon bis zum Röntgenarzt im Krankenhaus. Oxford-Forscher erwarten, dass in den USA fast jeder zweite Beruf in den nächsten zwanzig Jahren verschwinden wird, ähnlich fallen die Prognosen für Europa aus. Und was an Arbeit für die Menschen übrigbleibt, wird – ebenfalls dank technologischem Fortschritt – auf der Welt verteilt, unter Kostengesichtspunkten. Das Bruttosozialprodukt mag steigen, aber für viele Menschen dürfte die technologische Entwicklung in einem persönlichen Alptraum enden. Der Kampf um bezahlte Arbeit wird zu einem brutalen Wettrennen zwischen Menschen werden, wenn die Gesellschaft die Weichen nicht anders stellt – aber das ist nicht in Sicht. Deutschlandradio.

Deutschlandradio, 02.06.2015

Kleidung Mit Haken und Ösen

Es geht um die faire Bezahlung aller Beschäftigten in der Textilindustrie und eine weniger giftige Herstellung unserer Kleidung. Dazu haben Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft einen ambitionierten Plan entworfen. Aber jetzt will kaum ein Wirtschaftsvertreter das mitausgearbeitete Abkommen unterschreiben. Scheitert das Projekt und mit ihm Entwicklungshilfeminister Müller? Oder gelingt es doch noch, bessere Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie durchzusetzen? Ein Besuch bei Herstellern von Kleidung und Verantwortlichen.

Deutschlandradio, 20.01.2015

Arbeit Leute machen Kleider

Entwicklungsminister Gerd Müller hat eine Vision: Künftig sollen die Beschäftigten in den Nähstuben Bangladeschs, Indiens oder Kambodschas fair bezahlt werden. Er will bis Jahresende ein neues Textilsiegel auf den Weg bringen. Der Handel läuft bereits Sturm dagegen und bezeichnet den Plan als “praktisch undurchführbar”. Er warnt, dass Textilien knapper und teurer würden, wenn ein solches Siegel gesetzlich vorgeschrieben würde. Genau das halten Aktivisten aber für notwendig, damit sich die oft miserablen Arbeitsbedingungen in den Nähfabriken verbessern. Neuen Studien zufolge versuchen Regierungen von Entwicklungs- und Schwellenländern im globalen Wettbewerb mit dem Verbot von Gewerkschaften und mit fragwürdigen Arbeitsbedingungen zu punkten. Sie schildern eine regelrechte Abwärtsspirale.

SWR, 16.12.2014

Rückversicherer Moderne Kassandras

Versicherer blicken bei der Kalkulation von Risiken gewöhnlich zurück und füttern mathematische Modelle mit statistischen Daten. So kalkulieren sie mögliche Szenarien von Erdbeben, Epidemien oder Massenkarambolagen auf Autobahnen. Blind ist diese Methode jedoch, wenn es um neue Risiken geht. Um diese Gefahren aufzuspüren, beschäftigen große Rückversicherer Forscher, die Szenarien für die Zukunft entwerfen. Sie beschäftigen sich mit dem möglichen Einfluss von Sonnenstürmen auf die Stromversorgung genauso wie mit dem Einfluss politischer Veränderungen auf die Wirtschaft oder den Folgen der Nanotechnologie. Diese winzigen Teilchen gelten als eine Schlüsseltechnologie des 21. Jahrhunderts, verursachen möglicherweise aber auch Krankheit und Tod bei Beschäftigten und Konsumenten. Für die Versicherungswirtschaft sind ihre modernen Kassandras überlebensnotwendig, denn wer Risiken falsch einschätzt, geht pleite.

SWR, 09.07.2014

TTIP Mehr Einfluss für Konzerne

Generell profitieren Menschen vom freien Handel. Wenn Handelsbeschränkungen fallen, winken neue Jobs und bessere Geschäfte für Unternehmen. Diese
Effekte fallen bei dem geplanten Abkommen zwischen der USA und der EU vermutlich nur gering aus. Gleichzeitig stehen für die Bürger aber wichtige
Errungenschaften auf dem Spiel. Dabei geht es weniger um die viel kritisierten Gefahren bei der Einführung gentechnisch veränderter Lebensmittel oder mit
Chlor desinifiziertem Hühnerfleisch, sondern vor allem darum, dass der Einfluss der Wirtschaft auf den politischen Prozess noch stärker werdenkönnte. Die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen ist groß, denn es wird hinter verschlossenen Türen verhandelt. 

Deutschlandradio, 19.05.2014

TTIP Vorfahrt für Investoren?

Nur auf den ersten Blick wirkt der Plan einer Freihandelszone zwischen der Europäischen Union und den USA überzeugend. Wenn Handelsbeschränkungen fallen, winken neue Jobs und bessere Geschäfte für Unternehmen.  Gleichzeitig stehen für die Bürger aber wichtige Errungenschaften auf dem Spiel: In die EU könnten dann  z.B. gentechnisch veränderte Lebensmittel und mit Chlor desinifiziertes Hühnerfleisch importiert werden, es droht das Aus für Generika – preiswert produzierte Medikamente – oder die Aushebelung des Streikrechts. Vor allem aber würden die  Rechte von Konzernen ausgeweitet – auf Kosten von Verbrauchern, Arbeitnehmern und Steuerzahlern. Die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen ist umso größer, als hinter verschlossenen Türen verhandelt wird.

SWR, 04.04.2014

Konsum Vom Mythos der Verbrauchermacht

Ob Abzocke am Kunden oder Ausbeutung von Arbeitern – bei Missständen in der Wirtschaft erfolgt schnell der Ruf nach einem Verbraucherboykott. Wo Politiker oder Unternehmer versagen, sollen es die Konsumenten richten.Die Idee mit dem Boykott von Waren hatten Aktivisten bereits im 18. Jahrhundert – beim Kampf gegen die Sklaverei. Seitdem haben Menschen es immer wieder mit Käuferstreiks versucht: Sie haben Shell gestoppt, als der Konzern die Ölplattform Brent Spar im Meer versenken wollten. Beim Kampf gegen Rüstungskonzerne sind sie dagegen gescheitert. Heute sieht die Mehrheit der Bürger im Boykott das wichtigste Instrument, um das wirtschaftliche Geschehen zu beeinflussen. Wirtschaftsführer attestieren dem Verbraucher einen wachsenden Einfluss und Wissenschaftler sprechen von einer Moralisierung der Märkte. Tatsächlich entpuppt sich die Einkaufsmacht des Einzelnen in vielen Situationen als Mythos.

WDR, 09.03.2014

Export Der Champion Deutschland Fluch oder Segen für Europa?

ie wirtschaftliche Krise diktiert Europas Agenda: In vielen europäischen Krisenländern machen die Bürger Deutschland für die eigene Misere verantwort -
lich – ablesbar etwa an den üblichen Merkelplakaten mit Hitlerbärtchen. Fest steht, dass Deutschland die ökonomische Supermacht von Europa ist. Ein
Viertel der industriellen Wertschöpfung der Europäischen Union entfällt auf das Land, das sich erfolgreich der Deinindustrialisierung widersetzt hat. Es
hat sich sogar binnen 20 Jahren vom kranken Mann Europas zum wirtschaftlichen Champion entwickelt (The Economist). Welche Folgen hat diese
Sonderstellung für das ökonomische und politische Gleichgewicht in Europa? Mehr hören Sie in der Sendung Zeitfragen in Deutschlandradiokultur.

Deutschlandradio, 06.02.2014

Banken Zins und Zockerei ade

Mit der Pleite der amerikanischen Investmentbank Lehman Brothers begann 2008 die Wirtschaftskrise. An der Art des Bankgeschäfts hat sich seither wenig geändert. Jetzt wollen Banker und Bürger beweisen: es geht auch ohne Zockerei.  2013 soll in Österreich die erste “demokratische Bank” eröffnet werden. Dass solche Alternativen funktionieren können, zeigen die GLS Bank, Triodos oder die Umweltbank. Sie agieren jedoch bis heute in einer Nische. Können sie da herauskommen oder werden die Platzhirsche ihre Bemühungen hintertreiben, um sie von den Finanzmärkten zu drängen?

ARD, 03.05.2013

Konsum Otto Moralverbraucher

Für die Politik ist das praktisch, weil dieser Trend gesellschaftliche Verantwortung auf den Einzelnen abwälzt und ihr so Verantwortung abnimmt. Was kann der Einzelne tatsächlich mit dem Einkaufswagen erreichen - außer dass er sich ein gutes Gewissen erkauft? Wo ist die Politik aufgerufen, die Regeln für die Unternehmen zu verändern? Ein Streifzug durch die Moralabteilungen von Deutschlands Kaufhäusern und Supermärkten. Hören Sie dazu ein Feature von mir in der Reihe Zeitfragen.

Deutschlandradio Kultur, 22.10.2012

Genossenschaft Einer für alle - alle für einen!

Im Zeitalter einer globalen Wirtschaft klingt Genossenschaft in den Ohren vieler Menschen altmodisch und sozial-romantisch. Manch einer denkt auch mit Schrecken an Großbetriebe in der DDR oder Skandale wie den um die Konsumgenossenschaft Coop Ende der 1980er Jahre in der Bundesrepublik. Ständig schließen sich irgendwo auf der Welt Menschen zu einer neuen Genossenschaft zusammen. 800 Millionen sind es weltweit. Wo lebt die Genossenschaftsidee und wo hat sie sich überholt? Wie hat sie sich verwandelt? Welche erfolgreichen Unternehmen gibt es?  Bürger gründen gemeinsam im Schwarzwald eine Energiegenossenschaft, Gewerbetreibende in Dortmund eine Stadtteilgenossenschaft, Bauern in der Ukraine eine Agrar- oder Schüler in Düsseldorf eine Schulgenossenschaft. Mancher Vordenker hält die genossenschaftliche Unternehmensform gar für einen wichtigen Baustein einer nachhaltigen Wirtschaftsordnung. Zeit für eine Entdeckungsreise.

WDR, 17.04.2012

Konsum Fair handeln – aber wie?

Am Anfang setzten Menschen ein Zeichen für faire Handelsbeziehungen: Zwischen Produzenten im Süden und Verbrauchern im Norden. Ihre Devise: Statt Marktpreise faire Preise. Nicaraguakaffee etabliert sich neben der Jutetasche als Zeichen der Solidarität. Schon bald finden die Waren den Weg aus den Weltläden in die Supermärkte. Heute steht der faire Handel vor einem Scheideweg: Taugt die für den Süden geborene Idee auch für die Bauern im Norden? Sollen im Süden in großem Stil Plantagen für den fairen Handel zertifiziert werden, weil der Markt es verlangt? Wird der Ansatz verwässert? Können die Bauern sich den fairen Handel noch leisten? Über den richtigen Befund und Kurs gibt es Streit in der Bewegung. Gleichzeitig schlagen Unternehmen und einige Kleinproduzenten neue Pfade beim fairen Handel ein, ob in Nicaragua oder Deutschland. Der Autor hat Wegbereiter des fairen Handels in Nicaragua und Deutschland getroffen, den ersten Kaffeeeinkäufer des fairen Handels ebenso wie die Kleinbauern auf Kaffee- und Kakaoplantagen, die Textilarbeiterinnen einer Freihandelszone für Textilien ebenso wie Milchbauern in Süddeutschland. Er dokumentiert die Entwicklung der fairen Handelsidee zwischen Ideal und Kommerz.

Deutschlandfunk, 03.04.2012

Finanzkrise Eine Verteilungsfrage

Mit dem Platzen der amerikanischen Immobilienblase und der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers begann die größte Wirtschaftskrise seit der Depression in den 30er-Jahren. Mit Rettungspaketen, deren Volumen das ihrer jeweiligen Haushalte übersteigt, haben die Regierungen in den letzen Jahren erst die Pleite großer Banken abgewandt, dann den Bankrott kleiner Staaten verhindert. Ein Ende ist nicht in Sicht. Noch ist die Krise nicht beim deutschen Steuerzahler angekommen, aber die Frage wird sich stellen: Wer zahlt am Ende die Zeche für die Finanzkrise? Die politischen Interessen formieren sich bereits. Egal, ob das Problem durch restriktive Sparpolitik, einen Schuldenschnitt oder durch Inflation gelöst wird, es läuft auf eine Reduzierung von
Vermögen oder Einkommen hinaus. Damit wird die Schuldenkrise zu einer Verteilungsfrage. Darüber, wer die Rechnung begleichen muss, sprechen unter
anderem der Soziologe Wolfgang Streeck, der Vermögensverwalter Philipp Vorndran und der Ökonom Gustav Horn

Deutschlandradio, 29.02.2012

Übernahmen Schwärmt aus! – Chinesische Unternehmen auf Einkaufstour in Deutschland

Als China 2001 der Welthandelsorganisation WTO beitrat, rief die chinesische Regierung die Strategie „Zou Chu Qu“ („Schwärmt aus!“) aus.  Seitdem gehen die Unternehmen auf Einkaufstour, sichern sich Mienen, Land oder Unternehmen. Nun schauen sie öfter in Deutschland vorbei auf der Suche nach Markennamen und Technik „Made in Germany“. Erstmals hat nun  eine chinesische Firma ein börsennotierten Konkurrenten übernommen: Lenovo führt beim Elektronikhändler Medion Regie. Manche Medien warnen schon vor einer chinesischen Invasion. Sind die Sorgen berechtigt? Welche Interessen verfolgen die Chinesen? Was bedeutet dies für die deutsche Wirtschaft?  Ich habe mich uf die Suche nach Antworten begeben, mit  Unternehmern, Beschäftigten Experten und Politikern gesprochen.

Deutschlandradio, 10.10.2011