Konsum Fair handeln – aber wie?

Am Anfang setzten Menschen ein Zeichen für faire Handelsbeziehungen: Zwischen Produzenten im Süden und Verbrauchern im Norden. Ihre Devise: Statt Marktpreise faire Preise. Nicaraguakaffee etabliert sich neben der Jutetasche als Zeichen der Solidarität. Schon bald finden die Waren den Weg aus den Weltläden in die Supermärkte. Heute steht der faire Handel vor einem Scheideweg: Taugt die für den Süden geborene Idee auch für die Bauern im Norden? Sollen im Süden in großem Stil Plantagen für den fairen Handel zertifiziert werden, weil der Markt es verlangt? Wird der Ansatz verwässert? Können die Bauern sich den fairen Handel noch leisten? Über den richtigen Befund und Kurs gibt es Streit in der Bewegung. Gleichzeitig schlagen Unternehmen und einige Kleinproduzenten neue Pfade beim fairen Handel ein, ob in Nicaragua oder Deutschland. Der Autor hat Wegbereiter des fairen Handels in Nicaragua und Deutschland getroffen, den ersten Kaffeeeinkäufer des fairen Handels ebenso wie die Kleinbauern auf Kaffee- und Kakaoplantagen, die Textilarbeiterinnen einer Freihandelszone für Textilien ebenso wie Milchbauern in Süddeutschland. Er dokumentiert die Entwicklung der fairen Handelsidee zwischen Ideal und Kommerz.

Deutschlandfunk, 03.04.2012

Finanzkrise Eine Verteilungsfrage

Mit dem Platzen der amerikanischen Immobilienblase und der Pleite der Investmentbank Lehman Brothers begann die größte Wirtschaftskrise seit der Depression in den 30er-Jahren. Mit Rettungspaketen, deren Volumen das ihrer jeweiligen Haushalte übersteigt, haben die Regierungen in den letzen Jahren erst die Pleite großer Banken abgewandt, dann den Bankrott kleiner Staaten verhindert. Ein Ende ist nicht in Sicht. Noch ist die Krise nicht beim deutschen Steuerzahler angekommen, aber die Frage wird sich stellen: Wer zahlt am Ende die Zeche für die Finanzkrise? Die politischen Interessen formieren sich bereits. Egal, ob das Problem durch restriktive Sparpolitik, einen Schuldenschnitt oder durch Inflation gelöst wird, es läuft auf eine Reduzierung von
Vermögen oder Einkommen hinaus. Damit wird die Schuldenkrise zu einer Verteilungsfrage. Darüber, wer die Rechnung begleichen muss, sprechen unter
anderem der Soziologe Wolfgang Streeck, der Vermögensverwalter Philipp Vorndran und der Ökonom Gustav Horn

Deutschlandradio, 29.02.2012

Übernahmen Schwärmt aus! – Chinesische Unternehmen auf Einkaufstour in Deutschland

Als China 2001 der Welthandelsorganisation WTO beitrat, rief die chinesische Regierung die Strategie „Zou Chu Qu“ („Schwärmt aus!“) aus.  Seitdem gehen die Unternehmen auf Einkaufstour, sichern sich Mienen, Land oder Unternehmen. Nun schauen sie öfter in Deutschland vorbei auf der Suche nach Markennamen und Technik „Made in Germany“. Erstmals hat nun  eine chinesische Firma ein börsennotierten Konkurrenten übernommen: Lenovo führt beim Elektronikhändler Medion Regie. Manche Medien warnen schon vor einer chinesischen Invasion. Sind die Sorgen berechtigt? Welche Interessen verfolgen die Chinesen? Was bedeutet dies für die deutsche Wirtschaft?  Ich habe mich uf die Suche nach Antworten begeben, mit  Unternehmern, Beschäftigten Experten und Politikern gesprochen.

Deutschlandradio, 10.10.2011

Konsum Wandel durch Handel?

Am Anfang setzen Menschen ein Zeichen für faire Handelsbeziehungen: Zwischen Produzenten im Süden und Verbrauchern im Norden. Ihre Devise: Statt Marktpreise faire Preise. Schon bald finden die Waren den Weg aus den Weltläden in die Supermärkte. Die Idee wird von Milchbauern in Deutschland kopiert. Manche sehen die faire Handelsbewegung als eine Art Laboratorium für die Weltökonomie, andere halten die Wirkung des individuellen Einkaufsverhaltens für überschätzt. Wandel durch Handel, geht das?

WDR, 01.06.2011