Texiltbündnis

Zäher Kampf gegen moderne Sklaverei

Berlin, 13. Mai 2016

Das traurige Schicksal von 86 Mädchen im südindischen Bundesstaat Tamil Nadu richtet den Blick auf unsägliche Arbeitsbedingungen in dortigen Textilbetrieben. Ihre Leichen seien allesamt in Unterkünften von Spinnereien gefunden worden, sagt Mary Viyakula von der Nichtregierungsorganisation (NGO) Save. Sechs hätten angeblich Selbstmord begangen, nachdem sie vergewaltigt worden seien. Gründe für den Tod der anderen hätten die Behörden nicht genannt. Für die Aktivisten war es schon schwierig genug, überhaupt von diesen Todesfällen zu erfahren und Licht in die Arbeitsbedingungen zu bringen. 14- bis 18-Jährige würden gewöhnlich für drei Jahre angeworben und erhielten einen Lohn weit unter dem gesetzlichen Mindestlohn für Lehrlinge. Sie schufteten "zwölf Stunden am Tag, sieben Tage die Woche", sagte am Donnerstag die Wissenschaftlerin Anibel Ferus-Comelo, die gerade eine Studie zu dem Thema verfasst hat. Solche moderne Sklaverei ist in den südindischen Spinnereien weit verbreitet, die in der global vernetzten Textilindustrie eine wichtige Rolle spielen. Süddeutsche Zeitung.


Fairer Handel

Zwölf Euro im Jahr

Berlin, 11. Mai 2016

Wer will es einem Kleinbauern verdenken, wenn er auf den fairen Handel hofft. Die Not ist groß: Rund 1,5 Milliarden Menschen leben laut der Weltbank in kleinbäuerlichen Haushalten, ein Großteil davon leidet Hunger. Bislang kann der faire Handel, der den Bauern beispielsweise einen Mindestpreis garantiert und für Gemeinschaftsprojekte eine Prämie zahlt, jedoch nur einem Bruchteil der Produzenten helfen, "vielleicht etwas mehr als der Tropfen auf den heißen Stein", sagte Heinz Fuchs, Mitarbeiter des evangelischen Hilfswerks Brot für die Welt und Aufsichtsratschef von Transfair Deutschland. Der Verein vergibt ein Siegel, mit dem Industrie und Handel dann ihre Produkte als fair vermarkten können. Süddeutsche Zeitung


Stiftungen in der Niedrigzinsphase

Kein Geld für Wohltaten

Hannover, 10. Mai 2016

Anfang März hat die Europäische Zentralbank den Leitzins auf null Prozent gesenkt. Wer einen Kredit aufnehmen will, freut sich wohl darüber. Stiftungen dagegen stehen vor dem gleichen Dilemma wie jeder Sparer, dessen Vermögen nur noch minimal verzinst wird. Besonders kleine Organisationen müssen erfinderisch werden, um zu überleben. Deutschlandfunk, Hintergrund.


Porträt

Lang lebe der Mixer

Köln, 9. Mai 2016

Stefan Schridde ärgerte es, dass vor allem Elektrogeräte nach kurzer Zeit kaputt gehen. Heute hat er erreicht, dass die Lebensdauer von Produkten auch Politiker beschäftigt. Süddeutsche Zeitung


Kommentar

Messlatte höher legen

Berlin, 7. Mai 2016

Immer mehr Anleger wollen ihr Geld umwelt- und verantwortungsbewusst anlegen. Dafür brauchen sie mehr Transparenz. Mein Kommentar dazu in der SZ.


Porträt

Umgesattelt

Hamburg, 28. April 2016

Dirk Ulbricht hat erst Versicherungen verkauft, dann kam die Sinnkrise. Nun ist er ein Kritiker der Branche, und Verbraucherschützer. Süddeutsche Zeitung


Interview

Warum Deutschland immer ungleicher wird?

Berlin, 24. April 2016

In der Sendung Forum Buch hat mich Wolfram Wessels zum Buch von DIW-Chef Marcel Fratzscher interviewt.


Menschenrechte

Es geht eben nur mit Regeln

Berlin, 31. März 2016

Deutschland muss durchsetzen, dass seine Konzerne Menschenrechte achten.  Wichtig wäre es bei den Beratungen für einen Nationalen Aktionsplan für Unternehmen und Menschenrechte auf verbindliche Regeln zu setzen. Lesen Sie einen Kommentar in der Süddeutschen Zeitung.


Aktionsplan Wirtschaft und Menschenrechte

Eine Sisyphosaufgabe

Frankfurt, 28. März 2016

Ob in Textilfabriken in Bangladesch oder beim Einkauf seltener Metalle im Kongo: Immer wieder verletzen transnationale Konzerne Menschenrechte. Jetzt sollen die Firmen mehr Verantwortung für ihre Produktions- und Beschaffungsketten übernehmen, das sehen Leitprinzipien der UNO vor. In Deutschland werden diese gerade konkretisiert: mit einem nationalen Aktionsplan. Für diverse NGOs geht der aber nicht weit genug. Hintergrundsendung im DLF.


Textilindustrie

Sie machen so weiter

Berlin, 23. März 2016

Der faire Handel will die Arbeitsbedingungen in den Textilfabriken verbessern und hat einen neuen Standard entwickelt. Die Unternehmen verweigern sich allerdings bisher.