Good Bank
Das Modell der GLS Bank

Caspar Dohmen
Orange Press, 2011

Was macht die Bank mit unserem Geld? Immer mehr Menschen verlangen Antworten auf diese Frage. Immer mehr Menschen ist es nicht gleichgültig, auf welche Art sich ihr Geld vermehrt. Und immer mehr Menschen wollen, dass ihr Geld ethisch verantwortungsvollen Projekten zur Verfügung gestellt wird. Am Beispiel des weltweit ersten sozial-ökologischen Finanzinstituts, der GLS Bank, beschreibe ich, wie »Good Banking« funktioniert. Ganz konkret zeige ich,  dass sich Wirtschaftlichkeit und soziale Visionen zu wechselseitigem . Das Buch ist am 22. Juni  2011 beim Freiburger Verlag Orange Press erschienen.

Im Herbst 2008 offenbarte die Finanzkrise die zerstörerische Kraft eines Bankensystems, das sich von der Realwirtschaft abgekoppelt hat. Kurz danach sprach man wie selbstverständlich von "Bad Banks". Inzwischen signalisiert die Verbreitung von Labels wie "Grünes Investment", "Ethikfonds" und "Nachhaltigkeit", dass die Branche sich bemüht, ihr Imageproblem anzugehen; tatsächlich nachhaltiger und transparenter sind die meisten Geldgeschäfte nicht geworden. Für alle, die mehr von ihrer Bank erwarten als Geldvermehrung um jeden Preis, und das sprichwörtliche "Geld regiert die Welt" als Aufforderung zur Teilhabe begreifen, gibt es jedoch Alternativen. In Good Bank stelle ich sie vor: Am Beispiel der GLS Bank aus Bochum, weltweit Pionier auf diesem Gebiet, und anderer alternativer Projekte im Finanzsektor stelle ich Möglichkeiten vor, abseits von nur monetär messbarer Rendite Gewinne zu erzielen. Denn die Bank und ihre Kunden können mit Geld Umwelt und Gesellschaft gestalten. Ich schildere die Geschichte der Bankgründer um den Bochumer Rechtsanwalt Wilhelm Ernst Barkhoff und die verschiedenen Etappen der Bank, einschließlich der Übernahme der Ökobank. Die Bochumer Bankieres könnten wegweisend sein.

Den Gründern der GLS Bank ging es mit ihrem Konzept um mehr als ein gutes Gewissen; sie wollten nicht nur verhindern, dass ihr Geld etwa der Kriegsfinanzierung diene. Sie wollten auch ganz aktiv Einfluss nehmen und Projekte und Menschen fördern, von deren Ideen sie sich positive gesellschaftliche Veränderungen versprachen. Als Wirtschaftsreporter kenne ich diese Bank seit Jahren. Nach dem Ausbruch der Finanzkrise, welche eindrucksvoll die hässliche Seite des Bankgeschäfts zeigte, wollte ich es genau wissen: Wie kam es zur Gründung einer Bank, deren Urheber und Manager an das Gute im Menschen glauben? Welche Ideen haben die Gründer erfolgreich umsetzen können, womit sind sie gescheitert? Taugt Altruismus zum Bankgeschäft? Welche Schlüsse könnten die für die Währungspolitik verantwortlichen Politiker aus der Tätigkeit dieser Banken ziehen? Durch Recherche in Dokumenten und Gespräche mit Zeitzeugen
habe ich versucht, Aufschluss über die Motive der Menschen zu bekommen, die diese Bank gegründet und vorangebracht haben – soweit möglich, von ihnen selbst.

Mit Interviews zu Theorie und Praxis alternativer Ökonomie mit u.a. attac-Gründungsmitglied, Sven Giegold, Wachstumskritiker Hans Christoph Binswanger, dem Sozialethiker Friedhelm Hengsbach, dem Oikocredit-Chef Tor Gull und dem Soziologen Rolf Kerler, einem der Gründer der Bank.

Stimmen zum Buch

Es mag aussichtslos erscheinen, einem übermächtigen Finanzsystem, das die Akteure selbst kaum noch zu steuern vermögen, das kleine Experiment einer “guten Bank” entgegenzuhalten. Die Darstellung Dohmens verliert aber die realen Größenverhältnisse nicht aus den Augen, denn sie beschränkt sich nicht auf eine einzige Perspektive. Interviews, Reportagen und die nötigen Erklärungen fügen sich zu einem Lehrbuch im besten Sinn. Man hat am Ende viel gelernt, ohne belehrt zu werden - über das Auseinanderfallen von Finanz- und Realwirtschaft, aber auch, am Beispiel alternativer Investitionsprojekte, darüber, wie beides sinnvoll zusammenspielen kann. Und schließlich ergibt sich der verblüffende Befund, dass die Verbindung von Altruismus und Geldgeschäft möglicherweise nicht ganz so utopisch ist wie gedacht. (SWR)

Für alle, die das Sprichwort „Geld regiert die Welt“ nicht als Drohung, sondern als Aufforderung zur Teilhabe begreifen, gibt es Alternativen. Am Beispiel der GLS Bank, weltweit Pionier auf diesem Gebiet, berichtet Caspar Dohmen ganz konkret von den Möglichkeiten, abseits von nur monetär messbarer Rendite Gewinne zu erzielen. Es mag aussichtslos erscheinen, einem übermächtigen Finanzsystem, das die Akteure selbst kaum noch zu steuern vermögen, das kleine Experiment einer „guten Bank“ entgegenzuhalten. Die Darstellung verliert aber die realen Größenverhältnisse nicht aus den Augen, weil sie sich nicht auf eine einzige Perspektive beschränkt. Reportagen, Interviews, Porträts und die notwendigen Erklärungen fügen sich zusammen. Man lernt viel, ohne belehrt zu werden – über das Auseinanderfallen von Finanz- und Realwirtschaft, aber auch, am Beispiel alternativer Projekte, darüber, wie beides sinnvoll zusammenspielen kann. Zu den Bedingungen, unter denen das Finanzsystem funktioniert – oder auch nicht funktioniert –, hat der Autor sieben kritische Experten befragt, darunter Rolf Kerler, einen der Gründer der GLS-Bank, die Wachstumskritiker Hans-Christoph Binswanger und Friedhelm Hengsbach sowie Sven Giegold, den Gründer von „Attac“. (Süddeutsche Zeitung)

Der Wirtschaftsjournalist Caspar Dohmen hat mit «Good Bank» ein höchst interessantes Buch über alternative Ökonomie- und Bankmodelle verfasst. Er zeichnet darin die Entstehung der Gemeinschaftsbank für Leihen und Schenken (GLS) nach und lässt diverse kritische ÖkonomInnen zu Wort kommen. Im Kapitel «Realwirtschaft» bietet er zudem einen kurzen, leicht verständlichen Einstieg in das Bankwesen und die ­Logik der Kreditwirtschaft. Ein wirklich lesenwertes Buch, auch für Leute, die sich in der Ökonomie nicht sonderlich zu Hause fühlen. (Die Wochenzeitung, Schweiz)

In einer für alternative Sparmodelle sensiblen Zeit erklärt der Finanzjournalist Caspar Dohmen in seinem nun erschienenem Buch „Good Bank“ am Beispiel der GLS Bank das „Good Banking“. Weit entfernt vom Typus grüner Gutmensch und Weltverbesserer mit selbstgestrickter Sparsocke zeigt Dohmen zweifellos sympathisierend aber auch kritisch den Weg der Bank von ihrer Gründung 1974 bis heute. Er erläutert den „moralischen Mehrwert“, den Sinn und Unsinn der „grünen Revolution“, erklärt an Beispielen aus der Realwirtschaft die Trias der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie und Soziales) und lockert die Kapitel ebenso unterhaltend wie informativ mit Interviews auf. (Ökonomenbloq)

Dabei dient die GLS dem Wirtschaftsjournalisten als Blaupause für das, was eine "gute Bank" ausmacht. Sein Buch ist dennoch keine Lobhudelei auf die GLS, sondern ein gut lesbares Sachbuch über transparente Kredite, ethische Fonds und die Frage, wie sich mit Geld die Welt verändern lässt. Fazit: Manches Modell lässt sich auch umsetzen, wenn einer kein Geld zu verschenken hat. (Natur und Kosmos)

 Am Beispiel der GLS Bank zeigt der ehemalige Handelsblatt-Redakteur Caspar Dohmen in seinem Buch „Good Bank“, wie eine Alternative zum herrschenden Bankmodell funktioniert. Er beschreibt die lange Vorgeschichte von der Gründung der gemeinnützigen Treuhandstelle zur Finanzierung alternativer Projekte 1961 bis zur Bankgründung 1974, die Entwicklung von einem anthroposophisch orientierten zu einem sozial-ökologischen Finanzinstitut, das Scheitern der Ökobank und die aktuellen Probleme mit der verschärften Bankregulierung. Die Kernfrage des Buches lautet, was macht die Bank mit unserem Geld? Denn in der Regel bleibt den Bankkunden verborgen, was mit ihrem Geld finanziert wird.  (Wiesbadener Kurier)